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GruppenfotoAm Sonntagvormittag (23.4.2017) brachen knapp 30 Mitglieder des Pilzfreunde Landshut e.V. in die Isarauen auf, um Frühjahrspilze zu kennenzulernen und zu kartieren.

Trotz der ungünstigen Wetterlage, ein zu trockener März und nun frostige Temperaturen störten das Pilzwachstum, konnten dennoch einige der zu erwartenden Frühjahrspilze entdeckt werden. Von der Gretlmühle aus startend ging es gut gelaunt in die Isarauen. Zur Freude der Teilnehmer ließen die von Speisepilzsammlern begehrten Speisemorcheln (Morchella esculenta) nicht lange auf sich warten. Aber auch weitere Arten aus der Gattung Morchella, wie zum Beispiel Morchella gigas, die Käppchenmorchel, konnten gefunden werden. Neben einigen Baumpilzen wie beispielsweise die rötende Tramete, Fenchelporling, flacher Lackporling, Maiporling und kastanienbrauner Stielporling waren auch diverse Faserlinge auf der Fundliste. Der am ausführlichsten besprochene und von den mit Fotoequipment ausgestatteten Pilzfreunden sofort abgelichtete Pilz war die Fingerhutverpel (Verpa conica), ein seltener und deshalb zu schonender Pilz, welcher in der Roten Liste der bedrohten Pilzarten in Bayern auf der Vorwarnliste steht. Die Abgrenzung dieser Art von möglichen Verwechslungspartnern ist nicht immer zweifelsfrei makroskopisch möglich, weshalb Pilzberater Thomas Oberhofer nach der Wanderung zuhause noch das Mikroskop zur sicheren Bestimmung bemühte. Als besonderen Service erhielten die mitwandernden Vereinsmitglieder am Abend dann eine Übersicht zur Artabgrenzung von Verpa conica zusammen mit den Mikrobildern als E-Mail. Am Ende der Wanderung stand, wie bei den Pilzfreunden Landshut üblich, eine ausführliche Fundbesprechung, geleitet vom Pilzsachverständigen Alfred Hussong. Charakteristische Erkennungsmerkmale der einzelnen Funde wurden erläutert, die gesetzlichen Sammelbeschränkungen für Morcheln besprochen und auch auf publizierte Vergiftungsfälle im Zusammenhang mit dem sogenannten Morchella-Syndrom wurde eingegangen. Dank der über die Pilze hinausgehenden Fachkunde der Pilzberaterin Christiane Baumgartner konnten die Teilnehmer ihre Körbe zusätzlich mit der würzigen Knoblauchrauke bereichern, einer in den Isarauen häufigen Pflanze, welche sich als Gewürz oder Salatbeigabe verwenden lässt. Nach der Wanderung kehrte ein Großteil der Teilnehmer noch zum geselligen Beisammensein in die nahegelegene Pizzeria in Auloh ein. Der Pilzfreunde Landshut e.V. freut sich weiterhin über neue, pilzinteressierte Mitglieder. Der nächste Vereinsabend findet am 9.5.2017 um 19.00 Uhr im Gasthaus Betz in Oberglaim statt.

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Fingerhutverpel (Verpa conica)

Pilzvergiftung?

Notruf:
112

Giftnotruf München: 
089 - 19240

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Feldnotizen
(zum Dokumentieren der Pilzfunde im Wald)

Flyer
(aktueller Flyer der Pilzfreunde Landshut)